Aktuelles

Was können Sie als Lehrperson tun?


  1. Bei emotional aufgeladenen Auseinandersetzungen
  2. Bei Gewalt und Mobbing

Bei emotional aufgeladenen Auseinandersetzungen

(reaktive Aggressivität)

  • Sofort eingreifen
    Wenn offene, aggressive Auseinandersetzungen (körperlich oder verbal) zwischen Schülerinnen und Schülern wahrgenommen werden, ist es Ihre Pflicht als Lehrperson sofort einzugreifen und die Streitenden (oder Kämpfenden) zu trennen, sowie ggf. Wunden zu versorgen.
  •  Zuschauer befragen
    Da sich die Beteiligten gegenseitig die Schuld zuschieben werden, ist es sinnvoller die umstehenden Zuschauer nach dem Hergang zu befragen. Für die weitere Vorgehensweise ist es dabei unwichtig herauszufinden, wer angefangen hat.
  • Emotionen abkühlen lassen
    Geben Sie den Beteiligten Zeit sich wieder zu beruhigen. Erst dann kann weiter vorgegangen werden.

  • Mit den Beteiligten sprechen
    Sagen Sie den Beteiligten noch am selben Tag oder spätestens am nächsten Tag in Einzelgesprächen, dass ihr Verhalten falsch war und, dass sie es in Zukunft zu unterlassen haben. Lassen Sie sich dabei nicht auf die Diskussion ein, wer mit dem Streit angefangen hat. Die Klärung dieser Frage ist völlig unwichtig, denn es geht darum, dass beide ihr aggressives Verhalten in Zukunft zu unterlassen haben.
  • Eltern informieren
    Informieren Sie noch am selben Tag die Eltern der Beteiligten.
  • Danach: Weiter beobachten und nachfragen
    Nach diesen Gesprächen sollten Sie das Verhalten der Schüler und Schülerinnen beobachten. Es ist entlastend, wenn auch andere Kolleginnen und Kollegen eingebunden werden und die Sie informieren, falls ihnen etwas Negatives auffällt. Außerdem sollten Sie von Zeit zu Zeit mit den Schülerinnen und Schülern reden. Die Abstände des Nachfragens können mit der Zeit größer werden; ob dieses Nachfragen in Einzel- oder in Gruppengesprächen geschieht, hängt von der jeweiligen Situation ab. Damit zeigen Sie, dass Sie ihre Aufgabe wirklich ernst nehmen und Ihnen wichtig ist, dass sich das Verhalten verbessert. Das schafft Sicherheit für alle Beteiligten. Wie viel Engagement letztendlich notwendig ist, hängt von der Art und Dauer der vorgefallenen Ereignisse, der Entwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler, der Beziehung der Lehrerin bzw. des Lehrers zu den Schülerinnen und Schülern, etc. ab.

Bei Gewalt und Mobbing

(proaktive Aggressivität)

  • Verantwortung übernehmen
    Wenn jemand gemobbt wird, braucht er Unterstützung. Handelt es sich um ein Kind oder einen Jugendlichen in Ihrer Schule, dann muss die Unterstützung darin bestehen, dass Sie die Verantwortung dafür übernehmen, dass das Mobbing gestoppt wird.
  • Genau beobachten
    Da Gewalt und Mobbing häufig verdeckt abläuft und für Lehrpersonen generell schwieriger zu erkennen ist, ist es wichtig, dass Sie genau beobachten. Beobachten Sie Verhaltensweisen, die mit Gewalt und Mobbing zu tun haben können, wie z.B. eingeschüchtertes Verhalten eines Kindes, sollten Sie mit anderen Lehrern und Lehrerinnen sprechen, um sich ein genaues Bild über die Sachlage zu machen. Es kann auch sein, dass sich das Opfer an Sie oder eine andere Lehrperson wendet und von den negativen Vorfällen erzählt.
  • Mit dem Opfer sprechen
    Leitfaden für Gesprächsführung mit dem Opfer

  • Mit dem Täter sprechen
    Leitfaden für Gesprächsführung mit dem Täter

  • Mit Eltern Gespräche führen
    Leitfaden für Gesprächsführung mit den Eltern der Täterin / des Täters
    Leitfaden für Gesprächsführung mit den Eltern des Opfers

  • Danach: Weiter beobachten und nachfragen
    Nach diesen Gesprächen sollten Sie das Verhalten der Schüler und Schülerinnen beobachten. Es ist entlastend, wenn auch andere Kolleginnen und Kollegen eingebunden werden und die Sie informieren, falls ihnen etwas Negatives auffällt. Außerdem sollten Sie von Zeit zu Zeit mit den Schülerinnen und Schülern reden. Die Abstände des Nachfragens können mit der Zeit größer werden; ob dieses Nachfragen in Einzel- oder in Gruppengesprächen geschieht, hängt von der jeweiligen Situation ab. Damit zeigen Sie, dass Sie ihre Aufgabe wirklich ernst nehmen und Ihnen wichtig ist, dass sich das Verhalten verbessert. Das schafft Sicherheit für alle Beteiligten. Wie viel Engagement letztendlich notwendig ist, hängt von der Art und Dauer der vorgefallenen Ereignisse, der Entwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler, der Beziehung der Lehrerin (des Lehrers) zu den Schülerinnen und Schülern, etc. ab.