Was können Sie als Lehrperson tun?
- Bei emotional aufgeladenen Auseinandersetzungen
- Bei Gewalt und Mobbing
Bei emotional aufgeladenen Auseinandersetzungen
(reaktive Aggressivität)
- Sofort eingreifen
Wenn offene,
aggressive Auseinandersetzungen (körperlich oder verbal) zwischen
Schülerinnen und Schülern wahrgenommen werden, ist es Ihre Pflicht als
Lehrperson sofort einzugreifen und die Streitenden (oder Kämpfenden) zu
trennen, sowie ggf. Wunden zu versorgen.
- Zuschauer befragen
Da
sich die Beteiligten gegenseitig die Schuld zuschieben werden, ist es
sinnvoller die umstehenden Zuschauer nach dem Hergang zu befragen. Für
die weitere Vorgehensweise ist es dabei unwichtig herauszufinden, wer
angefangen hat.
- Emotionen abkühlen lassen
Geben Sie den Beteiligten Zeit sich wieder zu beruhigen. Erst dann kann weiter vorgegangen werden.
- Mit den Beteiligten sprechen
Sagen
Sie den Beteiligten noch am selben Tag oder spätestens am nächsten Tag
in Einzelgesprächen, dass ihr Verhalten falsch war und, dass sie es in
Zukunft zu unterlassen haben. Lassen Sie sich dabei nicht auf die
Diskussion ein, wer mit dem Streit angefangen hat. Die Klärung dieser
Frage ist völlig unwichtig, denn es geht darum, dass beide ihr
aggressives Verhalten in Zukunft zu unterlassen haben.
- Eltern informieren
Informieren Sie noch am selben Tag die Eltern der Beteiligten.
- Danach: Weiter beobachten und nachfragen
Nach diesen Gesprächen sollten Sie das Verhalten der Schüler und
Schülerinnen beobachten. Es ist entlastend, wenn auch andere
Kolleginnen und Kollegen eingebunden werden und die Sie informieren,
falls ihnen etwas Negatives auffällt. Außerdem sollten Sie von Zeit zu
Zeit mit den Schülerinnen und Schülern reden. Die Abstände des
Nachfragens können mit der Zeit größer werden; ob dieses Nachfragen in
Einzel- oder in Gruppengesprächen geschieht, hängt von der jeweiligen
Situation ab. Damit zeigen Sie, dass Sie ihre Aufgabe wirklich ernst
nehmen und Ihnen wichtig ist, dass sich das Verhalten verbessert. Das
schafft Sicherheit für alle Beteiligten. Wie viel Engagement
letztendlich notwendig ist, hängt von der Art und Dauer der
vorgefallenen Ereignisse, der Entwicklung der einzelnen Schülerinnen
und Schüler, der Beziehung der Lehrerin bzw. des Lehrers zu den
Schülerinnen und Schülern, etc. ab.
Bei Gewalt und Mobbing
(proaktive Aggressivität)
- Verantwortung übernehmen
Wenn jemand
gemobbt wird, braucht er Unterstützung. Handelt es sich um ein Kind
oder einen Jugendlichen in Ihrer Schule, dann muss die Unterstützung
darin bestehen, dass Sie die Verantwortung dafür übernehmen, dass das
Mobbing gestoppt wird.
- Genau beobachten
Da Gewalt und Mobbing häufig verdeckt abläuft und für Lehrpersonen
generell schwieriger zu erkennen ist, ist es wichtig, dass Sie genau
beobachten. Beobachten Sie Verhaltensweisen, die mit Gewalt und Mobbing
zu tun haben können, wie z.B. eingeschüchtertes Verhalten eines Kindes,
sollten Sie mit anderen Lehrern und Lehrerinnen sprechen, um sich ein
genaues Bild über die Sachlage zu machen. Es kann auch sein, dass sich
das Opfer an Sie oder eine andere Lehrperson wendet und von den
negativen Vorfällen erzählt.
- Mit dem Opfer sprechen
Leitfaden für Gesprächsführung mit dem Opfer
- Mit dem Täter sprechen
Leitfaden für Gesprächsführung mit dem Täter
- Mit Eltern Gespräche führen
Leitfaden für Gesprächsführung mit den Eltern der Täterin / des Täters
Leitfaden für Gesprächsführung mit den Eltern des Opfers
- Danach: Weiter beobachten und nachfragen
Nach diesen Gesprächen sollten Sie das Verhalten der Schüler und
Schülerinnen beobachten. Es ist entlastend, wenn auch andere
Kolleginnen und Kollegen eingebunden werden und die Sie informieren,
falls ihnen etwas Negatives auffällt. Außerdem sollten Sie von Zeit zu
Zeit mit den Schülerinnen und Schülern reden. Die Abstände des
Nachfragens können mit der Zeit größer werden; ob dieses Nachfragen in
Einzel- oder in Gruppengesprächen geschieht, hängt von der jeweiligen
Situation ab. Damit zeigen Sie, dass Sie ihre Aufgabe wirklich ernst
nehmen und Ihnen wichtig ist, dass sich das Verhalten verbessert. Das
schafft Sicherheit für alle Beteiligten. Wie viel Engagement
letztendlich notwendig ist, hängt von der Art und Dauer der
vorgefallenen Ereignisse, der Entwicklung der einzelnen Schülerinnen
und Schüler, der Beziehung der Lehrerin (des Lehrers) zu den
Schülerinnen und Schülern, etc. ab.