Leitlinien zur Beurteilung von Qualität von Programmen
Die Beurteilung der Güte von Programmen mit Hilfe von strengen
Qualitätskriterien entspricht dem Interesse vieler Gruppen (z.B.
AnwenderInnen, AuftraggeberInnen, Öffentlichkeit), weil dadurch
vermieden wird, dass viel Zeit und Geld in ineffektive, möglicherweise
sogar schädliche Programme investiert wird. Um den Wildwuchs an
Maßnahmen und Programmen einzudämmen, haben daher einige
wissenschaftliche Gesellschaften Qualitätskriterien für Präventions-
und Interventionsprogramme konzipiert.
Diese Kriterienkataloge sollen einerseits den EntwicklerInnen und
AnbieterInnen von Präventions- und Interventionsprogrammen
Orientierungshilfen bieten und damit Transparenz sichern. Anderseits
soll er Auftraggebern Bewertungen und Vergleiche von Programmkonzepten
sowie von deren Wirksamkeit ermöglichen.
Die in deutscher Sprache ausgearbeitete Checkliste zur Beurteilung von
Programmen der Sektion Politische Psychologie im Berufsverband der
Deutschen PsychologInnen (Preiser & Wagner, 2003) enthält eine Reihe von Anforderungen an das Programmkonzept, die folgenden Bereichen zugeordnet sind:
- Zielklärung
Benennung und Begründung konkreter nachprüfbarer Ziele für die TeilnehmerInnen und die beauftragenden Institutionen.
- Zielgruppe
Beschreibung der Zielgruppe mit Begründung des Bedarfs und der Erreichbarkeit.
- Theoretische Grundlagen
Explizite Benennung theoretischer Grundlagen für das Programm insgesamt und für die einzelnen Programmschritte; Bezugnahme auf empirisch gestützte Forschungs- und Anwendungsergebnisse.
- Maßnahmenbeschreibung
Beschreibung organisatorischer Rahmenbedingungen und konkreter Methoden und Medien, TeilnehmerInnenaktivierung sowie Sicherstellung der Akzeptanz und der TeilnehmerInnenmotivierung.
- Kompetenzen der TrainerInnen
Nachweis der fachlichen und didaktischen Kompetenz der TrainerInnen.
- Evaluation und Qualitätssicherung
Integration einer systematischen Evaluation in die Programmentwicklung, -anwendung und –optimierung. Zur Qualitätssicherung können sowohl wissenschaftliche Begleit- und Evaluationsforschung als auch Maßnahmen bei der Implementierung sowie Selbstevaluation beitragen.
- Preis-Leistungsverhältnis (Effizienz)
Angaben über Kosten, Nebenkosten und erwarteten Nutzen.
Literatur:
Preiser, S., & Wagner, U. (2003).
Gewaltprävention und Gewaltverminderung. Qualitätskriterien für
Präventions- und Interventionsprogramme. Report Psychologie, 28(11/12),
660-666.


