Aktuelles

Schule

  1. Aktuelles
  2. Die Rolle der Schulleitung und des Schulteams
  3. Die Rolle der Lehrerinnen und Lehrer
  4. Die Rolle der Schülerinnen und Schüler
  5. Die Rolle der Eltern

Aktuelles

Prävention von Gewalt und Mobbing an Schulen ist eine wichtige Aufgabe der Schulgemeinschaft. Ziel ist es, den Ort Schule für Kinder und Jugendliche so zu gestalten, dass sie sich sicher und wohl fühlen können.

Schwerpunkte 2012/13

 


Die Rolle der Schulleitung und des Schulteams

Prävention von Gewalt und Mobbing an Schulen ist Aufgabe der gesamten Schule! Jede einzelne Person und die verschiedenen Personengruppen im System Schule können dazu beitragen Gewalt und Mobbing zu verhindern. Ziel ist es die Schule für alle Kinder und Jugendlichen so zu gestalten, dass sie sich sicher fühlen.

Im Bereich Gewaltprävention wird zwischen primärer und sekundärer Prävention unterschieden. Ziel einer Primärprävention ist es, das erstmalige Auftreten einer Störung zu verhindern. Im Kontext der Gewaltprävention sind jene Programme, die sich an die ganze Schule oder ganze Klasse wenden primärpräventive Maßnahmen. Ziel der Sekundärprävention ist, das aggressive und gewaltbereite Verhalten zu reduzieren und so rasch wie möglich zum Verschwinden zu bringen. Sekundärpräventive Maßnahmen richten sich daher an bereits identifizierte Risikogruppen, die Ansätze problematischen Verhaltens zeigen.

Die Hauptbestandteile der primärpräventiven Maßnahmen bestehen darin den (1) den Ist-Stand zur Gewaltsituation in der Schule zu erheben, (2) einen Aktionsplan auszuarbeiten, (3) konkrete Maßnahmen zu planen und durchzuführen sowie (4) den gesamten Prozess zu reflektieren und dokumentieren.

Die Hauptaufgaben der Schule im Rahmen der Sekundärprävention liegen (1) in einer möglichst genauen Analyse des Sachverhalts, sowie darauf aufbauend (2) in der Gesprächsführung. Alle weiteren Maßnahmen der Sekundärprävention (z.B. Therapien) müssen von externen ExpertInnen (z.B. PsychologInnen, PsychiaterInnen) durchgeführt werden. Die Aufgabe der Schule besteht darin die betroffenen Personen an die für sie zuständigen Stellen zu vermitteln.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Schulleitung, die das gemeinsame Vorgehen unterstützt, primärpräventive Maßnahmen initiiert und / oder unterstützt und sich sekundärpräventiv an der Gesprächsführung mit Betroffenen beteiligt.

Voraussetzungen für gewaltpräventives Arbeiten sind eine langfristige Perspektive sowie eine gute schulinterne Kommunikation. Die Prävention von aggressivem Verhalten wird somit ein Teil der Schulentwicklung.

Die Rolle der Lehrerinnen und Lehrer

Gewaltpräventives Arbeiten in der Schule und den Klassen liegt in der Verantwortung der LehrerInnen. Sowohl in ihrer Rolle als KlassenlehrerIn als auch in ihrer Rolle als Teil des Schulteams. Gewaltpräventive Maßnahmen setzen daher auf mehreren Ebenen an.

Die Arbeit auf Klassenebene beinhaltet folgende Bereiche:

  • Festlegung von Klassenregeln
  • Klassenmanagement, d.h. Unterricht mit klaren Regeln und Abläufen
  • Integration des Themas in den Unterricht
  • Soziale Kompetenztrainings (siehe Programme)
  • Projekttage

Auf Schulebene können sich LehrerInnen durch (1) Mitarbeit im Schulteam sowie (2) der Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem Lehrerkollegium bei einem schulweiten Vorgehen zur Gewaltprävention beteiligen. Entscheidend dabei ist vor allem die gemeinsame Verantwortungsübernahme Gewaltvorkommnisse zu verhindern sowie ein einheitliches, konsequentes Vorgehen in Ernstfällen.

Neben diesen primärpräventiven Maßnahmen auf Schul- und Klassenebene ist die Arbeit auf Individualebene als sekundärpräventive Maßnahme erforderlich.

Nach (1) einer genauen Analyse des Sachverhalts erfolgt (2) die Gesprächsführung mit den folgenden betroffenen Personen bzw. Personengruppen:

  • Gespräche mit dem Opfer
  • Gespräche mit dem Täter ,
  • Gespräche mit betroffenen Eltern
  • sowie das Hinzuziehen von externen ExpertInnen bei schweren Fällen.

In der täglichen Arbeit ist das konsequente Handeln der Erwachsenen beim Auftreten von Gewalt eine wichtige und notwendige Voraussetzung für eine nachhaltig erfolgreiche Prävention.


Die Rolle der Schülerinnen und Schüler

MitschülerInnen spielen eine wichtige Rolle bei Gewalt und Mobbing, da sie meistens wissen, was in ihrer Klasse vorgeht. Durch richtiges Verhalten und Vorgehen können sie einen großen Einfluss auf Gewalt und Mobbing nehmen und mithelfen Gewalt und Mobbing zu verhindern.

 

Nicht Verstärken von Gewalt- und Mobbingvorfällen

Ein erster wichtiger Schritt ist, wenn SchülerInnen bei Gewalt und Mobbing anwesend sind die Täter nicht durch folgende Handlungen (unabsichtlich) in ihrem Verhalten zu verstärken. MitschülerInnen, die beim Mobben eines anderen Schülers oder einer anderen Schülerin mitmachen, die Täterin oder den Täter durch aufmunternde, bestätigende Zurufe bestärken oder einfach nur Zuschauen ohne einzugreifen oder Hilfe zu holen, signalisieren der Täterin / dem Täter, dass sie ihr / sein Verhalten in Ordnung finden.

 

Eingreifen im Ernstfall

Wenn SchülerInnen Gewalt und Mobbing beobachten können sie durch rechtzeitiges Eingreifen, am Besten gleich zu Beginn eines Vorfalls diesen stoppen. Hilfreich ist es, wenn sich mehrere SchülerInnen dafür verantwortlich fühlen den Vorfall zu stoppen. Was konkret in dieser Situation getan werden kann findet sich unter „Wenn du Mobbing beobachtest".

 

Hilfe von Erwachsenen (LehrerInnen, Eltern, etc.) holen

Nicht immer ist möglich oder auch sinnvoll in einem Gewalt- und Mobbingvorfall einzugreifen. Daher ist es gerade dann notwendig Hilfe von Erwachsenen zu holen und ihnen von den Vorfällen zu berichten.

 

Teilnahme an einem Peer Support Programm

Eine gute Möglichkeit zu lernen, wie man mit Konflikten umgehen kann und wie diese auch zu verhindern sind, ist die Teilnahme an Peer Support Programmen. Mittlerweile gibt es schon viele Anbieter von solchen Programmen. Ansprechpersonen und Adressen finden sich hier.

Die Rolle der Eltern

Kinder und Jugendliche wenden sich nur selten an ihre Eltern, wenn sie Gewalt- und Mobbingvorfälle beobachten oder direkt an Gewalt und Mobbing beteiligt sind. Die Opfer erzählen oft aus Angst vor den Tätern ihren Eltern sehr spät von den Vorfällen.

Oft sind es auch falsche Annahmen der Eltern über Gewalt und Mobbing, wie z.B. „Mobbing unter Kindern und Jugendlichen ist harmlos und vergeht von selbst“, die ein Eingreifen verhindern. Welche oftmals gängigen jedoch falschen Vorstellungen es zu Gewalt und Mobbing unter Kinder und Jugendlichen gibt ist unter „Mythen und Fakten“ zusammengefasst.

Um Gewalt Mobbing zu erkennen und richtig zu handeln, ist es zunächst wichtig Anzeichen und Merkmale von Mobbing zu erkennen. Im Falle von Gewalt und Mobbing ist es wesentlich zu handeln, um das Mobbing zu beenden und weitere Vorkommnisse zu verhindern. Je nachdem, ob das Kind Opfer, TäterIn oder BeobachterIn eines Mobbingvorfalls ist, gilt es dementsprechend zu handeln.

Eltern sollen ihren Kindern signalisieren, dass sie ihre Probleme ernst nehmen und für ihre Anliegen ein offenes Ohr haben. Durch diese Haltung werden die Kinder ermutigt sich bei Gewalt und Mobbing an Erwachsene zu wenden, weil sie darauf vertrauen können, dass ihnen geholfen wird.

Für alle Erwachsenen gilt der Grundsatz, dass sie Verantwortung für das Wohlergehen von Kinder und Jugendlichen haben. Rechtzeitiges, konsequentes und umsichtiges Handeln ist die Aufgabe der Erwachsenen. Vor allem die Zusammenarbeit zwischen betroffenen Eltern und Schule (KlassenlehrerIn, DirektorIn) ist wesentlich wenn Gewalt und Mobbing unter SchülerInnen vorkommt.